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Mord auf Italienisch
eBook - Ein gemütlicher Cosy Krimi, Der Club der Mörderblümchen, Überarbeitete Ausgabe, Überarbeitete Ausgabe
Beschreibung
Ein toskanischer Palazzo, ein verschollenes Botticelli-Gemälde und eine Geburtstagsfeier, bei der die Gäste besser auf ihr Leben achten sollten
Der spannende zweite Teil der Cosy Crime Reihe – Dieses mal in der Toskana
Adele Ottenfels freut sich auf ein rauschendes Fest im toskanischen Palazzo ihrer alten Freundin Elsa Grundwald. Der Anlass: Elsas 70. Geburtstag und ein spektakulärer Fund, der die Familie plötzlich ins Rampenlicht der internationalen Kunstszene katapultiert. Bei Renovierungsarbeiten wurde ein Gemälde von Botticelli entdeckt – ein echter Sensationsfund! Doch kaum sind die ersten Gläser erhoben, verschwindet ein renommierter Kunstkritiker spurlos – und Adele wittert mehr als nur einen Zufall. Zum Glück sind ihre bewährten Ermittlerfreunde Anna und Louis nicht weit. Gemeinsam stößt das Trio auf ein Netz aus Intrigen und gut gehüteten Familiengeheimnissen. Denn bald bleibt es nicht bei einem Opfer … Und die Zeit läuft. Schaffen die drei das Rätsel zu lösen, bevor ein weiterer Mord geschieht?
Alle Bände der Der Club der Mörderblümchen-Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden
Dies ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Titels Die Toten im Palazzo
Erste Leser:innenstimmen
„Habe mich sehr über die Fortsetzung der Club der Mörderblümchen-Reihe gefreut und bin direkt in das Buch und die italienische Landschaft versunken.“
„Ein Cosy-Crime, der in der Nähe von Florenz spielt – die perfekte Lektüre für den nächsten Toskana-Urlaub!“
„Das unterhaltsame Ermittler:innen-Trio Anna, Adele und Louis ist mit einem neuen Fall zurück, der zum Miträtseln einlädt.“
„Spannender Schreibstil mit unberechenbaren Wendungen und amüsanten Charakteren.“
Leseprobe
Kapitel 1
Der Septembermorgen war äußerst hochsommerlich, und die Piazza della Signoria füllte sich langsam mit Touristen. Louis und ich saßen in einem der kleinen Cafés, schlürften unsere vollkommen überteuerten, aber dennoch köstlichen Espressi und genossen den Blick auf all die Sehenswürdigkeiten, die hier geradezu miteinander wetteiferten. Der Palazzo Vecchio mit seinem imposanten Turm, die Loggia dei Lanzi, eine Art Freiluftmuseum voller beeindruckender Marmorstatuen, der Neptunbrunnen und zahlreiche traumhaft schöne Palazzi, deren Namen ich schon wieder vergessen hatte. Ich wurde mit Ende zwanzig anscheinend schon langsam senil.
Louis zog sein Mobiltelefon aus der Tasche, tippte aufs Display und schaute nach der Uhrzeit. „Gleich neun Uhr dreißig”, verkündete er mir.
Einen Moment lang sah ich ihn verständnislos an, und machte mir jetzt wirklich Sorgen, dass mein Gehirn anscheinend das reinste Nudelsieb war, doch dann verstand ich, was er mir damit sagen wollte. „Unser Videotelefonat mit Adele!”
„Ganz genau”, erwiderte Louis mit seinem spitzbübischen Lächeln, das ihn stets wie einen Fünfzehnjährigen aussehen ließ. In Wahrheit war er sogar ein paar Jahre älter als ich, doch das männliche Aussehen ließ noch auf sich warten. Schuld daran waren vermutlich seine Stupsnase, seine großen grauen Augen, die immer irgendwie unschuldig dreinblickten, und sein goldblondes Haar, das oft so verwuschelt war, als wäre er eben erst aus dem Bett gekrochen. Und natürlich das schelmische Grinsen, das er so häufig im Gesicht trug. Louis hatte eben ein sonniges Gemüt.
„Ich bin gespannt, was Adele uns heute wieder zu erzählen hat”, sagte er. „Bei ihren Berichten kommt man sich vor wie in einer Seifenoper, findest du nicht? Sie wäre die perfekte Klatschreporterin!”
„Auf jeden Fall”, pflichtete ich ihm bei.
Adele Ottenfels, Louis Neuhoff und ich, hatten einen Reiseclub gegründet. Das war vor zwei Monaten im englischen Dartmoor gewesen, wo wir gemeinsam einen Mordfall aufgeklärt hatten.
Also vielleicht ist Reiseclub die falsche Bezeichnung … aber dazu komme ich noch.
Mein Name ist übrigens Anna Pilgram, falls ich das noch nicht erwähnt habe – am Ende werden Sie mich noch für eine dieser unzuverlässigen Erzählerinnen halten, die derzeit so überhandnehmen. Frauen mit psychischen Problemen, Wahnvorstellungen, einem Alkoholproblem von epischen Ausmaßen …
Ich gehöre in keine dieser Kategorien, das versichere ich Ihnen!
Aber wo war ich stehen geblieben? Ach ja, bei unserem Club.
Adele, Louis und ich haben uns den Namen Mauerblümchen gegeben, weil wir alle drei in der Liebe … nun ja, so unsere Schwierigkeiten hatten. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass besagter Trip, auf dem wir uns kennengelernt hatten, eine als Krimitour getarnte Singlereise gewesen war – auf der ich ausschließlich wegen meiner hinterhältigen Schwester Veronika gelandet war.
Louis war von seiner Mutter zu dieser Reise genötigt worden, da diese sich eine Schwiegertochter und ein paar hübsche Enkelkinder wünschte, und Adele … die hatte immerhin aus freien Stücken an der Turtel-Tour teilgenommen. Sie ging schon auf die siebzig zu, war Witwe, und hätte gern einen netten Mann kennengelernt, um mit ihm gemeinsam den Herbst des Lebens zu genießen, wie man so schön sagt.
Adele war das, was man eine Grande Dame nennt. Gebildet, kultiviert, immer perfekt gestylt und in der High Society zu Hause. Dabei war sie aber gleichzeitig auch sehr bodenständig geblieben. Keine Spur von Überheblichkeit, und ihr Humor war ausgesprochen schwarz.
Louis hatte mit Frau und Kindern nichts am Hut, denn er war mit Anfang dreißig noch auf der Suche nach seiner sexuellen Identität. Heterosexuell, homosexuell oder vielleicht doch asexuell? Wir wussten es nicht, und er ebenso wenig.
Er kleidete sich gern exzentrisch – milde ausgedrückt – von Goth bis Rock Star, von Rapper-Look bis Amadeus. Alles, nur nicht gewöhnlich. Leder, Lack, Samt, manchmal tiefschwarz, manchmal grellbunter Paradiesvogel.
Und was nun mich und meine romantischen Neigungen betrifft, falls Sie das unbedingt wissen möchten: Ich bin Single und das aus Leidenschaft. Männer können mir gestohlen bleiben. Freunde, wie ich sie in Louis und Adele gefunden habe, sind viel besser. Mein Modegeschmack lässt sich in wenigen Worten beschreiben: Ich bin Team Jeans und T-Shirt. So gut wie immer.
Adele war aktuell in einem traumhaft schönen Renaissance-Palast in den Hügeln von Florenz zu Gast, den eine alte Freundin von ihr sich als Sommerresidenz eingerichtet hatte, und erstattete uns laufend Bericht von ihren Erlebnissen in diesem Märchenschloss.
Adele war keine technophobe alte Frau, die moderne Kommunikationstechnologien scheute. Ganz im Gegenteil, sie hielt via Chatnachrichten und mittels Videotelefonie den Kontakt mit uns, um uns live aus dem herrlichen Palazzo zu berichten. Dabei wusste sie auch die zahllosen Gäste zu kommentieren, die sich nach einem Who-is-Who des europäischen Geldadels anhörten. Kunstkenner, Blaublüter, Industriemagnaten, Filmsternchen und andere Promis – Adele kannte sie fast alle und ließ sich gern über sie aus.
In der Zwischenzeit besichtigten Louis und ich als eifrige Touristen Florenz. Wir hatten – neben zahllosen kleineren Attraktionen – schon die Uffizien hinter uns und den Duomo, und ich hatte noch niemals zuvor in derart langen Menschenschlangen angestanden. Natürlich hätte ich mich niemals darüber beschwert, schließlich will man sich ja nicht als Kunstbanausin outen, nicht wahr?
In ein paar Tagen wollten wir uns mit Adele treffen und eine Tour durch die Toskana und Umbrien unternehmen. Abseits der ausgetretenen Touristenpfade natürlich, denn Louis war Reiseblogger, der seinen Followern gern Geheimtipps servierte. Was in der Toskana meiner Meinung nach eine Herausforderung war. Jedes Dorf mit hundert Seelen war hier eine Touristenattraktion, die von Menschen aus allen Teilen der Welt belagert wurde.
Adele, die sehr vermögend war, hatte die Idee für diese gemeinsame Reise gehabt und sie auch gleich zur Gänze finanziert, bevor Louis oder ich hatten Protest einlegen können. Das war unglaublich großzügig von ihr, und ich war fest entschlossen, die Mauerblümchen-Tour in vollen Zügen zu genießen.
In diesem Augenblick gab Louis’ Mobiltelefon einen leisen, melodiösen Ton von sich. Er tippte aufs Display, und im nächsten Moment füllten bereits Adeles Gesicht und ihr kurzer blonder Haarschopf das Bild. Sie begrüßte uns herzlich, wie es ihre Art war, doch irgendetwas stimmte nicht mit ihr, das war mir sofort klar.
In den Tagen zuvor hatte sie gelächelt und gestrahlt wie eine 100-Watt-Glühbirne und hatte immer sogleich wild drauflosgeredet, und uns von ihren neuesten Erlebnissen berichtet. Ich hatte das Gefühl, bereits jeden Gast des Palazzos, und die gesamte Familie Grunwald zu kennen, auch wenn das bestimmt nicht der Fall war. Zuzüglich einer ganzen Menge jener illustren Gäste, die derzeit im Haus weilten oder an den Abenden zu den festlichen Dinnerpartys erschienen.
Elsa Grunwald, Adeles Freundin und Hausherrin des Palazzos, beging dieser Tage nämlich ihren siebzigsten Geburtstag – mit einem rauschenden Fest, das sich über fast eine ganze...
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