Buchtipp von Edgar Schuster

Samira, das dunkelhaarige Mädchen mit den wunderschönen Augen, wächst in einem Kinderheim in der Ukraine auf. Anfangs der Neunziger Jahre herrschen dort sadistische Aufseherinnen, und nachdem ihre beste Freundin Marina von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde haut sie, gerade sieben Jahre alt, ab und versucht Marina nach Deutschland zu folgen. Ihre Flucht endet am Bahnhof, wo sie von Rocky, einem langhaarigen, schmerbäuchigen Kinderfreund aufgelesen wird und der sie Kukolka, Püppchen, nennt. In dessen heruntergekommenem Haus ohne Strom und fließendem Wasser leben noch weitere Kinder und Jugendliche, die für ihn betteln und stehlen müssen. Fünf Jahre später, nachdem ihre ältere Freundin Lydia auf tragische Weise stirbt, lernt sie beim Singen und Betteln einen gutaussehenden jungen Mann kennen, der ihr verspricht, sie aus den Fängen von Rocky zu befreien und ihr zu helfen zu Marina nach Deutschland zu kommen.

 

Das Buch ist hart und mit einer solch intensiven und naiven Sprache aus der Sicht des Mädchens geschrieben, dass es oftmals weh tut, aber mit der Zeit wird die Erzählerin immer abgestumpfter von all der Gewalt und berichtet beinahe nebenbei von dem, was ihr angetan wird.

 

Als wir zu ein paar Wochen bei einer Veranstaltung des Verlages waren, erzählte die Autorin von einer Buchhändlerin, die das Vorabexemplar des Buches gelesen hatte und es nach Seite 173 nicht mehr weiterlesen konnte, da es zu schrecklich war. Ich habe weitergelesen und es kam beinahe noch schlimmer, aber es hat sich gelohnt, das Buch bis zum Ende zu lesen! Samira, nicht Kukolka, ist mir ans Herz gewachsen.

Lux, Lana
Aufbau Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783351036935
22,00 € (inkl. MwSt.)
Kategorie:
Belletristik