Buchtipp von Edgar Schuster

Der Marianengraben, ein Tiefseegraben im westlichen Pazifik gelegen, birgt mit ca. 11000 Metern die tiefste Stelle der Erde. Genauso tief fühlt sich die Depression von Paula an, einer jungen Biologin, die den Tod ihres 10-jährigen Bruders vor zwei Jahren nicht verwinden kann. Eigentlich die Grundlage für ein überaus trauriges und dunkles Buch, doch schafft es die Autorin immer wieder uns zum lauten Lachen zu bringen.

Als sich Paula endlich dazu aufraffen kann, zum ersten mal das Grab ihres Bruders zu besuchen – mitten in der Nacht – stolpert sie erst über den schrulligen alten Helmut, hilft diesem beim Ausgraben der Urne seiner Exfrau, bekommt deren Asche über den Kopf geschüttet und begibt sich mit diesem alten Grantler auf eine äußerst chaotische Reise in die Alpen. So langsam, mit vielen Dekompressionsstopps, taucht sie durch diese Reise wieder aus der Tiefe ihrer Depression auf.

Ein Buch wie ein Roadmovie, das vom Sterben handelt, dabei gleichzeitig herrlich lustig und tieftraurig ist.

Ich habe mich immer wieder darauf gefreut, das Buch weiterlesen zu können.

 

Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Kommunikationsexpertin und Autorin. 2018 gewann sie den Digital Female Leader Award und wurde als Bloggerin des Jahres für ihre Webseite „Sterben üben“ ausgezeichnet. Sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin.

Schreiber, Jasmin
Eichborn
ISBN/EAN: 9783847900429
20,00 € (inkl. MwSt.)